Archiv-Geschichte

Archivgeschichten

Auch ein Archiv hat sein Archiv. Was sich im Laufe der Zeit an Aktivitäten, Events und sonstigen erwähnenswerten Begebenheiten zutrug, wird an dieser Stelle dauerhaft deponiert.

Eröffnung Amateurfilmarchiv HAVELLAND PRIVAT
7. Mai 2006

Nach dreijähriger Aufbauarbeit wurde das Amateurfilmarchiv HAVELLAND PRIVAT in Strodehne eröffnet.

Gut 100 Besucher*innen kamen, um Filme zu schauen und mit dem Archiv-Team zu fachsimpeln und zu feiern. Gezeigt wurden Amateurfilme des Archivs und der Dokumentarfilm „Eine Region macht sich stark“ (2005).Der von atelier havelblick im Auftrag der LAG Westhavelland e.V. produzierte Film stellt dar, mit welchen Projektideen Bewohner*innen des Havellandes heute ihre Region entwickeln und setzt Amateurfilmausschnitte aus dem Bestand des Archivs als prägendes Stilmittel ein.

Die Märkische Allgemeine Zeitung berichtete >>

Filmvorträge 2006

Das Archiv HAVELLAND PRIVAT entwickelte aus dem vielfältigen Filmmaterial seines Bestands zwei Filmvortrags-Programme, die gebucht werden konnten und in zahlreichen Variationen zur Aufführung kamen.

Die Programme entstanden mit freundlicher Unterstützung von:
Initiativbüro des Brandenburgischen Landfrauenverbandes aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds

"Aalegreifen, Waggonschlittern und andere Fertigkeiten“
Filmvortrag von Olaf Jung

Das dörfliche Leben im Havelland von 1950 bis heute, wie es von Amateurfilmern aus der Region bei privaten und öffentlichen Ereignissen und am Arbeitsplatz festgehalten wurde, ist alles andere als eintönig. Eine kommentierte Filmvorführung zeigte Kurioses, Rührendes und Informatives aus dem Bestand des Amateurfilmarchivs HAVELLAND PRIVAT in Strodehne und vermittelt überraschende Einblicke in Lebensweise und Mentalität der havelländischen Landbevölkerung.

Dauer ca. 45 Minuten

2.Oktober 2006: Vortrag im Amateurfilmarchiv in Strodehne

„Pflugscharen zu Kameras“
Filmvortrag von atelier havelblick

Wie war das, als das dörfliche Leben durch die LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft) geprägt war? Wie sah der Arbeitsalltag aus, wie strukturierte sich das Gemeinschaftsleben, mit welchen Ärgernissen hatten die Dorfbewohner zu kämpfen, was machte ihnen besonderes Vergnügen?

Authentische und zugleich unterhaltsame Antworten auf diese Fragen geben die Filme des Bauern und Amateurfilmers Emil Jurkowski aus Königshorst bei Fehrbellin. Als leidenschaftlicher Fotograf und Hobbyfilmer gelang ihm das Kunststück, vom Traktoristen zum hauptberuflichen Chronisten seiner LPG und seines Dorfes zu werden und im Ein-Mann-Betrieb das Amateurfilmstudio der LPG Linum zu betreiben.

 

Vier Filme von Emil Jurkowski bilden den Kern des Vortrags:

  • „Danksagung“, 4 Min., 1988
  • „Beleidigung“, 16 Min., 80ger Jahre
  • „Ernst Ernst“, 16 Min., 1983
  • „Rekonstuktion“, 9 Min., 80ger Jahre

Ergänzt wird der filmische Inhalt um Fotos, O-Ton-Aufnahmen und auf den Anlass und das Publikum zugeschnittene Textbeiträge der Vortragenden.

HAVELLAND PRIVAT zu Gast in Ribbeck
11. Juni 2006

Im Rahmen der „Brandenburger Landpartie“ hielt das Amateurfilmarchiv bei V.I.F. e.V. in der Alten Schule Ribbeck einen Filmvortrag mit Werken des Bauern und Amateurfilmers Emil Jurkowski aus Königshorst bei Fehrbellin. >>

Gezeigt wurden insgesamt sechs Filme des ehemaligen Traktoristen, der im Ein-Mann-Betrieb das Amateurfilmstudio der LPG Linum betrieb. Sie beleuchten Arbeitsleben und Alltag auf dem Dorf zu DDR-Zeiten aus unterschiedlichen Perspektiven. Der letzte Vorsitzende der LPG Ribbeck, Siegfried Böttcher, kommentierte die Filme aus seiner Sicht und beantwortete Publikumsfragen zum LPG-Alltag. Filmemacher Emil Jurkowski selbst trug Insider-Wissen zu Entstehung und Hintergründen der Filme bei.

Foto: Marlies Schnaibel

Die MAZ schrieb am 13. Juni 2006 >>

Bei LandKunstLeben
30. September 2006

Filmvortrag “Pflugscharen zu Kameras” [interner Link?] im Garten Steinhöfel anlässlich der Finissage der Ausstellung “an die arbeit” >>

Der Arbeitsalltag in der LPG steht auch im Mittelpunkt des Filmvortrags, den das Amateurfilmarchiv “HAVELLAND PRIVAT” zur Ausstellung “an die arbeit” beiträgt.

Vier Filme von Emil Jurkowski werden in Steinhöfel gezeigt und Filme von einem Vertreter der Bauernschaft aus der Umgebung von Steinhöfel kommentiert, der die Filme aus seiner Sicht erklärt und Publikumsfragen zum LPG-Alltag beantwortet.

Link: url http://www.landkunstleben.de

Eigenbrödler - Aufrührer - Pioniere?
Themenabend im Filmmuseum Potsdam, 16. November 2006

Der Vortragsabend nahm Amateurfilmer in Ost- und Westdeutschland der 1970er und 1980er Jahre in den Fokus: >>

Wenn Amateure zur Kamera greifen, um ihr Lebensumfeld darzustellen oder sich eine eigene fiktive Welt zu erschaffen, dokumentieren sie damit auch ihre gesellschaftliche Realität. Am Beispiel von zwei außergewöhnlichen Amateurfilmern, einer aus Ost-, einer aus Westdeutschland, wird die Frage nach der Wirksamkeit privaten Filmschaffens untersucht:

Der Bauer Emil Jurkowski betrieb im Ein-Mann-Betrieb das Amateurfilmstudio der LPG Linum bei Fehrbellin. Von 1965 bis 1989 dokumentierte und kommentierte er in rund 30 Kurzfilmen LPG-Alltag und Dorfleben.

Der Westberliner Hans Joachim Thunack begann Mitte der sechziger Jahre die Arbeiten an seinem Film “Der Einsame der Zeit”, einer Verfilmung des Perry Rhodan Romans Band 50. Die Arbeiten an dem Projekt dauerten rund 40 Jahre, ganz fertig geschnitten ist der Film bis heute nicht.

Vortragende:
atelier havelblick (Roland Eckelt + Gabriele Konsor)

Winfried Gerling

Erlebniskino Strodehne
2007 - 2010

Kleines Haveldorf und große Kinowelt im Dialog! Das Dorf spielt mit: Das Veranstaltungsformat des Amateurfilmarchivs HAVELLAND PRIVAT mixt ortstypisches Flair, internationale Film- und Videokunst sowie ungewöhnliche Mitmach-Aktionen zu kultigen Erlebnis-Events. Das Programm "Erlebniskino Strodehne" hat sich zum Ziel gesetzt, seinen Besucher*innen einen neuen Blick sowohl auf das Dorfleben als auch auf die Filmkunst zu eröffnen.

Das Erlebniskino-Programm wurde realisiert in Kooperation mit atelier havelblick und wechselnden lokalen Partnern.

Der Erlebniskino-Programmteil 2008 (Titel „Die Welt im Dorf lassen“) wurde gefördert vom Landkreis Havelland.

(N)ostalgischer Abend
5. Mai 2007, Amateurfilmarchiv HAVELLAND PRIVAT

Als Preview für das neue Format “Erlebniskino” fand ein "Clubabend mit Film" statt. Er stand im Zeichen der 60/40 Regelung: 60 Prozent Erinnerung und 40 Prozent Ausblick...

Der Film “Made in GDR” (Deutschland 2006) porträtiert Jugend, Kino und Diskussionen in den siebziger Jahren der DDR: Auf der Suche nach den Protagonisten des Jugendfilmklubs des DDR-Fernsehens begab sich Autor und Regisseur Olaf Kaiser auf eine Zeitreise mit politischen Filmen, vergessenen Streitgesprächen und Themen von gestern und heute.

Nach dem Screening gab es bei Mixgetränken und Musik im oben genannten Mischungsverhältnis Gelegenheit zum Austausch von ost-westlichen Jugenderinnerungen.

Alles aus Fisch
2. Juni 2007, Fischerei Schröder Strodehne

Zwischen Fischreusen und Angelkähnen, inmitten des Naturschutzgebietes “Gülper See“, ging es um vielschichtige Begegnungen mit dem Wesen der Fische.

Der Fischer näherte sich dem Thema berufsbedingt vor allem aus kulinarischer Sicht. Vor den Augen der Besucher*innen verwandelte er einen frischen Fisch in eine gegarte Spezialität des Hauses, kommentiert mit Fischerlatein und Wissenswertem aus seinem Erfahrungsschatz. Später gab es dieses und weitere Fischgerichte zu essen.
Wer selbst einmal einen - zuvor käuflich erworbenen - Fisch schlachten und vorbereiten wollte, hatte dazu unter fachkundiger Anleitung des Fischers ebenfalls Gelegenheit.

Der Film des Abends zeigte den Fisch nicht als Lebensmittel, sondern als Gefährten des Menschen: In dem Spielfilm “Der Aal“ (1997) des japanischen Meisterregisseurs Shohei Imamura leistet ein Fisch einem Mann Gesellschaft, der aus Eifersucht seine Frau umgebracht hat. Das in farbenfrohen Bildern erzählte Liebesdrama gewann 1997 die “Goldene Palme“ in Cannes.

Fotos: Sabine Klausner

Die BRAWO berichtete >>

Die Märkische Allgemeine Zeitung berichtete >>

Schräge Töne
27. Juli 2007, MS Havelland vor Anker in Strodehne

Bei Mondschein auf der Havel schaukeln - und dazu jede Menge schräger Töne: Ein kultverdächtiger Mix aus Romantik und Anarchie verhieß beste Partylaune für die sommerliche Veranstaltung an Bord der MS Havelland. Für den schwimmenden Kino-Karaoke-Event machte das Schiff am Vorabend des Havelfestes neben dem Festplatz in Strodehne fest.

Der Film des Abends “Max und Moritz Reloaded“(2005) ist eine moderne Fassung von Wilhelm Buschs Max und Moritz: In der comichaft überzeichneten Komödie versetzt Regisseur Thomas Frydetzki die altbekannte Geschichte als schrille Ostalgie-Persiflage in die Gegenwart. Dank der exzessiv agierenden Star-Besetzung (Ben Becker, Katy Karrenbauer, Franziska Petri) wird der Film zum politisch völlig inkorrekten schrägen Vergnügen. Die Ex-DDR-Rock-Gurus Toni Krahl (City) und Sebastian Krumbiegel (Die Prinzen) spielen zwei schwule ehemalige NVA Soldaten, und alle singen viel und laut.

Die geeignete Einstimmung auf den Aktiv-Teil des Programms: Im Anschluss an die Filmvorführung wurde Karaoke gemacht. Wer sich nicht traute, selbst zum Mikrofon zu greifen, konnte sich auf beiden Decks über die Auftritte der anderen amüsieren, die simultan auf zwei Leinwände übertragen wurden. Begleitet und kommentiert wurde die Karaoke von Fernsehmoderator Bernd Schwab.

Das perfekte Rundum-Erlebnis hatte, wer den Abend bereits in Havelberg begann, wo die MS Havelland um 18 h ablegte, und durch eine sommerliche Schifffahrt auf der Havel bereicherte. Während der Fahrt gab es zur Einstimmung eine Projektions-Show mit Bildern aus Max & Moritz, zu der Strodehner Jugendliche aus Wilhlem Buschs Originaltext vorlasen.

Gegen Mitternacht legte das Schiff wieder ab in Richtung Havelberg.

Mit freundlicher Unterstützung von SoundsPromotion Rathenow

 

Foto: Christin Schmidt

 

Foto: Daniel Gammert

Äpfel zum "Frühling"
3. Mai 2008, Gasthof „Stadt Berlin“

Die erste Veranstaltung des Erlebniskinos im Jahr 2008 ist eingebunden in das bunte Treiben des “1. Strodehner Frühling”, ein Trödel- und Kunsthandwerkermarkt mit zahlreichen Mitmachangeboten und dem obligatorischen Kuchenbuffet auf dem Strodehner Backofenberg. Um einen Kuchen und einen ganz besonderen Handel geht es auch in der dänischen Filmkomödie “Adams Äpfel” (2005). Der mehrfach preisgekrönte Film handelt von menschlichen Schwächen, göttlicher Willkür und der Frage, wie viel Güte ein Mensch ertragen kann. Mit seinem besonderen Sinn für skurrile Situationen und Charaktere verstrickt Regisseur Anders Thomas Jensen seine Protagonisten in einen genauso absurden wie komischen Kampf zwischen Gut und Böse - eine politisch wunderbar unkorrekte Attacke auf Lachmuskeln und Hirnwindungen zugleich. Bezeichnenderweise erhielt der Film gleichzeitig Publikumspreise beim Filmfest Hamburg, beim Fantastischen Film Festival in Amsterdam - und den Kulturpreis der dänischen Priester...!!

Pferdeleben
8. Juni 2008, Pferdehof Strodehne

Wahre und erfundene Pferdegeschichten stehen im Mittelpunkt des sonntäglichen Erlebniskino-Events auf dem Reiterhof Strodehne. Hautnahe Begegnungen mit den imponierenden Pferde-Persönlichkeiten des Hofes und Einblicke in ihren Alltag, ihre Körperpflege und ihr Arbeitsleben versprechen eine Portion Nervenkitzel. Der Turnierreiter und Eigentümer des Stalls, Ralf Schwuchow, erzählt und demonstriert Wissenswertes und Überraschendes über Sprache, Verhalten und Wahrnehmung der Pferde. Beherzte Besucher*innen dürfen im Anschluss an die “Theorie” unter fachkundiger Anleitung selbst auf Tuchfühlung mit den Pferden gehen - sei es, um als Neuling zum ersten Mal ein Pferd zu führen oder in den Sattel zu steigen, sei es, um als fortgeschrittener Reiter ein Zwiegespräch in der Sprache der Pferde zu versuchen oder einen Sulky zu lenken.

Der Film „Hände weg von Mississippi“ (2007) wird folgerichtig im Pferdestall vorgeführt: Die temperamentvolle Haflinger-Stute “Mississippi” spielt die Hauptrolle in dem mehrfach preisgekrönten Spielfilm von Detlev Buck, der mit Starbesetzung (Katharina Thalbach, Christoph Maria Herbst, Milan Peschel, Hans Löw) in schönen Bildern und voller Witz die Geschichte eines Sommers auf dem Land erzählt. Die Verfilmung eines Kinderbuchs von Cornelia Funke ist eine Filmkomödie für die ganze Familie. Die kleine Emma und ihre couragierte Großmutter trotzen darin mit leichter Hand und Einfallsreichtum einem Bösewicht, der die dörfliche Idylle durch seine habgierigen Geschäftspläne aus dem Gleichgewicht zu bringen droht. Dass Emma ganz nebenbei wie von selbst auch noch reiten lernt, wundert da eigentlich niemanden mehr...

Made in Strodehne I
12. Juli 2008, Fischerei Schröder Strodehne

Unter dem Motto "Made in Strodehne" geht es in der Fischerei Schröder um das Dorf Strodehne als Filmkulisse und seine Bewohner*innen als Protagonist*innen sowie weitere vor Ort erzeugte Produkte.

Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass der DEFA-Klassiker “Zeit der Störche” (1971) in Strodehne gedreht wurde. Bei der Filmvorführung der sommerlichen DDR-Romanze haben Kenner*innen des Dorfes und der Umgebung Gelegenheit, das zu überprüfen. Heidemarie Wenzel und Winfried Glatzeder spielen die Hauptrollen in dem Film von Siegfried Kühn nach einer Erzählung von Herbert Otto.

Der Film erzählt eine Liebesgeschichte im Stil des sowjetischen Gegenwartsfilms seiner Zeit: Lehrerin Susanne und Montagearbeiter Christian lernen sich während Susannes Sommerurlaub auf dem Land kennen und verlieben sich. Das bringt jedoch Konflikte mit sich: Bis zu diesem Zeitpunkt nämlich lebte Susanne mit dem jungen Biologen Wolfgang zusammen...

Einen zeitgenössischen Blick auf das Land und seine Population bietet der Kurzfilm “Wollhand“ der jungen Filmemacherin Neshe Demir. Der 2007 in Strodehne in Zusammenarbeit mit Fischer Wolfgang Schröder entstandene Fotofilm dokumentiert die Einwanderung der Chinesischen Wollhandkrabbe, die seit fast 100 Jahren in den Flüssen und Seen von Brandenburg lebt. “Ein Vorgang, an den wir uns in Zeiten des Klimawandels gewöhnen werden: Die einheimische Flora und Fauna wandelt sich und wird durch neue Bewohner erweitert.“, so die Filmemacherin.

Bei einem Rundgang durch die Fischerei und die im angrenzenden Naturschutzgebiet neu angelegten Fischtreppen gibt Fischer Wolfgang Schröder Einblicke in seine Arbeit und stellt ihre Produkte vor.

Fangfrische Fischgerichte aus der Küche der Fischerei liefern die dem Veranstaltungs-Motto entsprechenden Gaumenfreuden.

Made in Strodehne II: Fisherman’s Films
29. Mai 2009, Fischerei Schröder Strodehne

Der See und seine Anwohner stehen im Fokus, als - erneut unter dem Motto "Made in Strodehne"- Filme, Kunstaktionen, Gespräche, Fischerlatein und Feinkost bei Fischer Schröder im Angebot waren.

Zwei Naturfilme des bekannten Tierfilmers Siegfried Bergmann geben ungewöhnliche Einblicke in das Leben der Vogelwelt des Gülper Sees. Für das DEFA Studio für Dokumentarfilme produzierte Bergmann 1983 “Die Vögel der Havelniederung” und 1984 “Peter und die Schwalben”. Das Werk des vielfach preisgekrönten Filmemachers zeichnet sich über die brillante Darstellung biologischer Sachverhalte hinaus, durch sein publizistisches Engagement für den Naturschutz aus: Seit Anfang der 1970er Jahre propagierte Bergmann in seinen Filmen ökologische Gedanken, lange ehe der Begriff “Ökologie” in der DDR hoffähig wurde.

Peter Haase, der menschliche Protagonist aus “Peter und die Schwalben”, ist nach wie vor am Gülper See zu Hause und berichtet von der Zusammenarbeit mit Siegfried Bergmann und über den Fortgang des Naturschutzes in der Region. Der studierte Forstwirt, der sich von Jugend an zunächst ehrenamtlich für den Vogelschutz engagierte und die Naturschutzstation Parey aufbaute, ist heute als Mitarbeiter des Naturparks Westhavelland hauptberuflich im Naturschutz tätig.

Aus künstlerischer Sicht thematisiert der Strodehner Michael Ilg die Welt der einheimischen Pflanzen und Tiere und den Naturschutz. Der bildende Künstler, der, wie er selbst von sich sagt, “seit 1991 in havelländischen verwildernden Landschaften unterwegs [ist], im Selbstauftrag alles über Wildpflanzen erforschend”, präsentierte sein Projekt “Vogelhotel Konsum”. Interessierte Besucher*innen können während der Veranstaltung die Patenschaft für eine Vogelart erwerben, die sie fördern möchten. Nach einer kurzen Einführung in die spezifischen Bedürfnisse einzelner Arten und die unterschiedlichen Bautypen ihrer Behausungen hatten sie die Gelegenheit, unter fachlicher Anleitung selbst eine künstlerisch gestaltete Nisthilfe zu bauen oder diese bei Michael Ilg in Auftrag zu geben. Später wurden diese “Hotelzimmer” dann für ihre gefiederten Gäste an der Fassade des “Atelier Konsumproduktion” in Strodehne öffentlich sichtbar aufgehängt.

Eine Videoarbeit des Berliner Künstlers Thomas Schulz wurde ebenfalls am und auf dem Gülper See produziert. Schulz begleitete Fischer Wolfgang Schröder im Vorjahr auf seinen Fischzügen mit der Kamera. Dabei entstand ein Film-Triptychon mit dem Titel “Landschaft/Mannschaft/Kreatur”, über das der Künstler sagt: “Von den Gewässern des Havellands erzählen Filmbilder und Klänge aus der Arbeitswelt des Fischers, der Lebenswelt der Fische und Pflanzen, dem unsichtbaren Lebensraum unter den Wassern, der Fahrt der Boote in den fein abgestimmten Gebärden des Zugriffs auf Landschaft und Nahrung. Ein Fischzug in den Stimmen des Materials, in den Stimmen der Seezungen.” Der Film ist Teil einer raumgreifenden akustischen Skulptur mit dem Titel “Das organisierte Versprechen in den Stimmen der Seezunge”.

Der Gastgeber, Fischer Wolfgang Schröder, näherte sich dem Thema des Abends berufsbedingt auch wieder aus kulinarischer Sicht: die köstlichen fangfrischen Fischgerichte aus der Küche der Fischerei sind alljährlich für viele Gäste allein schon Grund genug, den Erlebniskino-Abend auf keinen Fall zu verpassen.

Made in Strodehne III: Flussfisch vom Schlosskoch
27. August 2010, Fischerei Schröder Strodehne

Der Koch, der Fischer, sein Fang und die Bauern - Zwei Meister ihres Fachs sorgten für neue kulinarische Höhepunkte: Ribbecks Schlosskoch Thore Redepenning und der Strodehner Fischer Wolfgang Schröder standen gemeinsam am Herd, um frischen Flussfisch zu feinster Fischkost zu verarbeiten.

"Made in Strodehne" war erneut das Motto, als Kochkunst und Filmkunst am Gülper See auf einander trafen. Der im vierten Jahr bei Fischer Schröder stattfindende multimediale Event ist längst Kult. Durch die Mitwirkung des Restaurantleiters von Schloss Ribbeck erfuhr die kulinarische Komponente des Erlebniskinos eine neue Dimension: Spitzenkoch Thore Redepenning hatte in Kooperation mit dem Strodehner Künstlerduo atelier havelblick (Gabriele Konsor und Roland Eckelt) bereits bei zwei “Ostkost-vom-Schlosskoch”-Events in Ribbeck mit seinen mutigen Neuinterpretationen von DDR-Speise-Klassikern wie “Goldbroiler” und “Eierlikör im Schokobecher” für Begeisterung gesorgt. In Strodehne stellte er erneut seine Dialogfähigkeit unter Beweis, als er und der Gastgeber des Abends, Fischer Wolfgang Schröder, live zusammen kochten.

Dass dabei auch eine köstliche Weißfisch-Zubereitung nicht fehlen durfte, wird Kenner der seit Jahren bestehenden Zusammenarbeit zwischen dem Fischer und atelier havelblick nicht wundern. Bereits 2002 stand diese vom Verbraucher wegen ihrer vielen Gräten eher stiefmütterlich behandelte Fischgattung im Zentrum einer von dem Künstlerduo mit dem Fischer lancierten “Kampagne für den Weißfisch”. Mit der filmischen Präsentation dieser Kunstaktion sowie weiterer Film-Kunstwerke, in denen atelier havellblick Einwohner aus Strodehne und Umgebung von heute in einen Dialog mit Spiel- und Dokumentarfilmen aus DDR-Zeiten versetzte, standen auch auf der Leinwand Essen und Trinken im Mittelpunkt.

Und für unersättliche Cineast*innen gab es zum Abschluss des Abends in einer Spätvorstellung dann großes Kino mit dem DEFA-Klassiker “Karbid und Sauerampfer” von 1963, in der Hauptdarsteller Erwin Geschonnek voller Witz und mit durchaus aktuellen Bezügen vorführt, welche Formen ländliche Ernährung in Krisenzeiten annehmen kann. Der Film, der zu großen Teilen im Havelland spielt, war auch Ausgangspunkt für eins der zuvor gezeigten Künstlerfilme.

Fotos: Nesche Demir

Die Märkische Allgemeine Zeitung berichtete >>

"Brandenburger Bilderbogen"
28. August 2010, Fischerei Schröder Strodehne

Ein Filmabend der besonderen Art fand anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Landes Brandenburg in der Fischerei Schröder statt: Die Staatskanzlei hatte ein multimediales Geburtstagsfest organisiert, um mit den Menschen im Land zu feiern. Im Rahmen einer filmmusikalischen Wanderung wurde an zehn Orten in Brandenburg das Film-Live-Konzert "Brandenburger Bilderbogen" mit dem Solistenensemble des Deutschen Filmorchesters Babelsberg aufgeführt.

Der Openair-Event in dieser Reihe fand auf Einladung von WerkFreunde Strodehne e.V. am 28. August beim Strodehner Fischer am Gahlberg statt.

Der rbb hatte einen 24minÜtigen Film Über die Schönheiten der brandenburgischen Landschaft produziert. Die Musik zum Film wurde eigens von Prof. Bernd Wefelmeyer komponiert.

Der brandenburgische Minister für Infrastruktur und Landwirtschaft, Jörg Vogelsänger, hielt die Festansprache und lieferte so die Stichworte, um beim anschließenden Empfang mit den Besucher*innen ins Gespräch zu kommen.

Die Märkische Allgemeine Zeitung berichtete >>

„Die Kuh Dein Du“ - Filmprojekt mit Jugendlichen
2010, Bio-Ranch Zempow und atelier havelblick Strodehne

„Dörfliche Zusammenhänge neu interpretiert!“ Ein ungewöhnliches Amateurfilm-Projekt fand im Sommer 2010 auf der Bio-Ranch in Zempow statt: Acht Kinder und Jugendliche aus Strodehne zogen mit der Filmkamera in der Hand aus, um angesichts einer Herde von 700 Angus Rindern das Fürchten zu verlernen und neue Wege der Kommunikation zu beschreiten.

Rinder sind wie Menschen von Natur aus soziale Lebewesen, die den Kontakt zu ihren Artgenossen suchen. Auch wenn das Rind nur ein „Muh“ im Gegensatz zum vielseitigen Wortschatz der Menschen von sich gibt, können wir in Bezug Kommunikation viel von dem Tier lernen. In einem zweitägigen Workshop auf der Bio Ranch schauten die acht jungen Mitwirkenden sich die Vierfüßler unter diesem Aspekt genauer an. Inwieweit die Kommunikation zwischen Mensch und Tier der der Menschen untereinander ähnelt und dazu beitragen kann, eigene Verhaltensmuster zu hinterfragen, wurde in dem Workshop auf theoretisch und praktische Weise thematisiert.
Dabei lernten die Jungen und Mädchen von „Rinderflüsterer“ Dr. Wilhelm Schäkel das so genannte „Low-Stress-Stockmanship“ (LSS) kennen, ein nonverbales Kommunikationsverfahren zwischen Mensch und Tier. Das Verfahren wird im Herdenmanagement eingesetzt und bewirkt, dass die Nutztiere nicht durch z.B. Schreien, Ziehen oder Schlagen zur Leistung angetrieben werden. Es beruht auf einer Mischung von Nähe und Distanz, Druck geben und nehmen, unter Berücksichtigung der genauen gegenseitigen Beobachtung und des Respekts des Menschen gegenüber dem Tier.
Neben der Einführung ins "Rinderflüstern“ lernten die Jugendlichen unter der Anleitung von Künstler Roland Eckelt gleich noch den Umgang mit der Filmkamera und hielten ihre Erlebnisse filmisch fest.
Bei der Abschlussveranstaltung am 12. November 2010 im atelier havelblick in Strodehne ließen die Jugendlichen in Anwesenheit von Eltern und Freunden das zweitägige Erlebnis noch einmal bildhaft werden. Nach der Premiere des im Rahmen des Projekts entstandenen Films „Die Kuh dein Du“ gab es bei Bockwurst und Kartoffelsalat jede Menge Bedarf nach ausgiebiger Kommunikation...

Die Märkische Allgemeine Zeitung berichtete >>

Das Projekt fand im Rahmen des Programms "Stärken vor Ort" in Kooperation mit dem Landkreis Havelland statt und wurde vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und dem Europäischen Sozialfond gefördert.